Monthly Archive for Februar, 2006

Jazz-Mystery – Bill Moody & Frankfurt Jazz Trio

Wie schön, dass man sich nicht immer entscheiden muss, beispielsweise zwischen dem Besuch einer Lesung oder eines Konzerts. Hier jedenfalls, mit Bill Moody und dem Frankfurt Jazz Trio, kann man beides erleben – der 1941 geborene Moody, Berklee-Absolvent und von den renommierten einer der ganz hintersinnigen Krimiautoren in den USA, ist auch als Jazzschlagzeuger seit den 60er Jahren überaus erfolgreich. Und mit immer wieder neuen Ensembles kreiert Moody selbst den Soundtrack zu seinen Geschichten: Bebop und Postbop, jener Jazz, der in seinen Geschichten immer gegenwärtig ist.
Zum Schreiben kam Moody Ende der 80er, als er nach über 20 Jahren Tourleben nicht mehr rastlos unterwegs sein wollte. Bis dahin hatte er mit Maynard Fergusson, Jon Hendricks, Lou Rawls und Earl Hines gespielt. Er war während des Prager Frühlings mit dem Gustav Brom Jazz Orchester durch Osteuropa getourt und im Trio mit Junior Mance und Jimmy Rushing hatte seine Musikerkarriere begonnen. Fast zwangsläufig widmete er sich als Autor dem, worin er sich am besten auskannte – zunächst waren es journalistische Arbeiten, Kurzgeschichten und ein Sachbuch über amerikanische Jazzmusiker in Europa, schließlich erschien 1994 Solo Hand, der erste von bislang fünf Romanen um den Pianisten und Nebenbei- Ermittler Evan Horne, an denen die Kritik insbesondere die hohe Musikalität der Sprache und der Dramaturgie lobt: »When Bill Moody writes about dead jazz musicians«, so die New York Times, »you can hear the blue notes bouncing off the walls.« Und gerade ist sein neuester Roman »Bird lives!« erschienen …
Es spielen: Bill Moody (Lesung & dr); Olaf Polziehn (p); Martin Gjakonowski (b); Thomas Cremer (dr)
Eintritt: € 13,– / 10,– (erm.) / 8,– Mitgl.)
Ort: Romanfabrik

Nordend 19 feat. Thore Benz & Uli Kratz

Das Jazz-Duo »Nordend 19« präsentiert eine Mischung aus Modern Jazz, Blues und Rock. Und dass sie sich hierzu gerne Gäste einladen ist bekannt – diesmal sind es Thore Benz am »funky« bass und Uli Kratz an den Percussions.
Die vier Musiker greifen auf unterschiedliche Stilformen zurück, ohne sich im Terrain einer bestimmten kulturellen Musiktradition einrichten zu wollen. Die Zuhörer erwarten treibende Grooves, die sich mit melodischen Linien und lyrischen Improvisationen verbinden. Diese Mélange – das Ensemble teilt sich in seinen Mitgliedern Bigband-, Fusion-, Rock-, Salsaerfahrung – findet ihren Ausdruck in den Eigenkompositionen: verlockend gelegen irgendwo zwischen Folk und Rockjazz.
Es spielen: Eric Sons (cl, ss, ts), Michael Bernschneider (g, mo), Thore Benz (e-b), Uli Kratz (g, perc)
Eintritt: € 8,– / 5,50 (erm. und Mitgl.)

La trace du lézard

… auf der Spur der Rhythmen und Klänge der Eidechsen und anderer Geschöpfe finden sich Kompositionen und Improvisationen, zeitgenössischer Jazz – kurz: Neue Musik für große Ohren.
Mit dem trio lézarde präsentieren sich als Konzertpremiere in Frankfurt und zur Vorstellung der ersten gemeinsamen CD drei Musikerinnen, die ihre Unterschiedlichkeit als Herausforderung erleben, mit viel Energie zusammentreffen und stilistische Grenzen mit Lust überspielen.

Es spielen: Meike Goosmann (ss, bcl); Elvira Plenar (p); Anka Hirsch (vc, e-cello)
Eintritt: € 13,– / 10,– (erm.) / 8,– Mitgl.)
Veranstaltungsort: Romanfabrik

16. Arbeitsstipendium Jazz der Stadt Frankfurt

Das Dezernat Kultur und Freizeit der Stadt Frankfurt hat zum 16. Mal das mit 5500 Euro dotierte Arbeitsstipendium Jazz ausgeschrieben. Interessierte Musiker können sich bis zum 10. März dafür bewerben. Die Unterlagen bekommt man bei Irmgard Tennagels im Amt für Wissenschaft und Kunst (irmgard.tennagels [ät] stadt-frankfurt.de) angefordert werden. Das Geld ist für „jegliche künstlerische Weiterentwicklung“ gedacht. Wichtige Bedingung ist „eine musikalische Ausbildung oder Qualifikation mit Schwerpunkt Jazz und der Nachweis einer entsprechenden Praxis“, wie’s so schön in Amtsdeutsch heißt.

Kock Trio

Das Trio um den Schlagzeuger Hermann Kock, der durch seine Zusammenarbeit u. a. mit Michael Sagmeister, Wilson de Oliveira und der Ed Sperber Big Band (BR) überregional bekannt geworden ist und als Dozent an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst und der FMW in Frankfurt verantwortlich ist, wurde 2003 gegründet. Seither werden aktuelle Grooves, wie Drum’n’ Bass und House, mit eigenen Kompositionen und Arrangements von bekannten Jazzstandards, Pop- und Rocksongs der 70er Jahre, Bossa Nova Klängen und Solopercussion zu einer eigenen Klangsprache geformt. Und das mit renommierten Partnern: der Bassist Norbert Dömling gehört zu den kreativsten und besten E- und Kontrabassisten Deutschlands, hat u. a. mit Billy Cobham, Jasper van ’t Hof und Tony Lacatos zusammengearbeitet, sowie eine Bass-Schule veröffentlicht und Gitarrist Thomas Langer spielt seit Herbst 2002 bei der Organistin Barbara Dennerlein und tourte bereits u. a. mit Bob Mintzer und Ack van Rooyen. Er studierte in Los Angeles und New York und wurde in der Januar-Ausgabe 2001 der Zeitschrift »Gitarre und Bass« porträtiert.
Es spielen Hermann Kock (dr); Thomas Langer (g); Norbert Dömling (b)
Eintritt: € 12,– / 9,– (erm.) / 6,– Mitgl.)
Ort: Theaterhaus (Veranstaltungsreihe Nachtcafé)