Vitold Rek stellt in der aktuellen Ausgabe des Journal Frankfurt ein Gericht aus seiner galizischen Heimat (das polnische Galizien, nicht das in Spanien) vor: Kohlrouladen mit Hackfleischfüllung. (Ausgabe 12-07, ab Samstag, 26.7. am Kiosk).
Vor einigen Wochen ist auch Vitolds neue erschienen, aufgenommen im März 2006 mit seiner Gruppe East West Wind: Home. Die aktuelle Besetzung von East West Wind besteht aus Vitold (double bass, mandolin, mandola, vocal), Jarosław Bester (accordion) und Ramesh Shotham (percussion: tavil, mridangam, kanjira, morsing, zarbang, konakol, cymbals, ghatam, vocal). „Together, these three musicians both rediscover previous relationships and reveal unexplored synergies among a wide scope of ethnically diverse music.“ schreibt Elliot Simon in All About Jazz.
Monthly Archive for Mai, 2007
In Sachen Jazzförderung gibt es ja selten gute Nachrichten. Diese ist eine: „Bundestag debattiert über Jazz“, überschreibt Hans-Jürgen Linke seinen Kommentar in der Frankfurter Rundschau (Link zum Artikel: www.fr-online.de).
Der Kulturausschuss des Bundestags hat ein Papier vorgelegt, das Jazz als dritte Musikgattung neben E- und Popmusik definiert. Damit soll der Musikförderung eine im Sinne des Jazz verbesserte Systematik gegeben werden. Linke schreibt: „Bis dato wurden der Jazz und seine verschiedenen Spiel- und Erscheinungsformen als zu beiden Seiten, also zum E und zum U in der Musik, nicht gehörige Musikform geführt. So dass er in Punkto Förderung immer durch alle Raster fiel und hin und her geschoben wurde. (..) Dass bundesweit gut 80 Prozent der öffentlichen Musikförderung der so genannten E-Musik zugute kommen, hat tiefe Gräben und beträchtlichen Futterneid entstehen lassen und niemandem genützt“. Das soll nun nach Willen des Kulturausschusses anders werden. Ich muss zugeben, dass ich nicht zu hoffen gewagt hätte, dass sich der Bundestag mit dieser Problematik überhaupt befasst! Hans-Jürgen Linke schließt mit einem optimistischen Blick in die Zukunft: „Was für Erfolge eine grundlegende Verbesserung der Förderungsstrukturen haben kann, zeigt das Beispiel Norwegen: Es gibt derzeit wohl kein internationales Festival, auf dem nicht Musiker dieses kleinen Landes eine tragende Rolle spielen. Ein neues System also, eine bessere Koordination der Fördermaßnahmen und ein grundsätzliches Umdenken – das sollte sich doch schnell umsetzen lassen?“. Hoffentlich!
Mittlerweile tut sich in der Jazzszene etwas; in Hamburg gibt es den Versuch, eine Lobby für den Jazz zu organisieren. Im Aufruf dazu heißt es: „Lasst uns eine Lobby für den Jazz bilden! Es handelt sich um einen Gesetzesentwurf. Es ist also noch Zeit, Einfluss zu nehmen. Wir wollen dafür sorgen, dass die Weichen bei den Entscheidungsträgern PRO JAZZ gestellt werden.“ Wer sich ebenfalls engangieren will, findet unter www.stellwerk-hamburg.de mehr Informationen dazu.
Das Frankfurter Arbeitsstipendium Jazz geht in diesem Jahr an die Pianistin Yelena Jurayeva.
Sie wurde von den drei Juroren Ullrich Olshausen, Günther Hottmann und Heinz-Dieter Sauerborn aus 33 Bewerbungen ausgewählt. Juraeva wurde 1977 in Kasachstan geboren, erhielt mit sechs ihren ersten Klavierunterricht und beschritt früh den Weg einer professionellen Musikerkarriere. Sie gewann mehrere Wettbewerbe und begann 1992 ein Klavierstudium am Tschaikowsky-Kolleg in Almaty, das sie mit einem Diplom als Klavierlehrerin, Korrepetitorin und Solistin abschloss. 1998 kam sie nach Frankfurt, um an der Musikhochschule Instrumental- und Gesangspädagogik zu studieren. Hier begann sie, sich im Rahmen des Aufbaustudiengangs Jazz und Popularmusik auch mit dem Jazz zu beschäftigen.
Mit dem Preisgeld von 5500 Euro will Jurayeva in New York bei Kenny Barron und Herbie Hancock Unterricht nehmen.
Pressespiegel: www.fr-aktuell.de, www.frankfurt-live.com
Nicolas Simion Group „Transylvanian Grooves“
Donnerstag | 10. Mai | 20.00 Uhr
Bechstein Centrum in der Welle | Reuterweg 16 | 60322 Frankfurt
Nicolas Simion wurde 1959 in Dumbravita, einem kleinen Dorf in den Karpaten Siebenbürgens geboren. Nach dem klassischen Studium an der Musikakademie in Bukarest entwickelte er nach und nach eine Liebe zur improvisierten Musik und gründete in den frühen 80er Jahren seine erste Band „Opus 4“, die schnell zur erfolgreichsten Jazz-formation des Landes aufstieg. 1989 entschloß er sich zur Emigration in den Westen und lebt heute in Köln.
„Der Mann hat Power“ lobte die WAZ nach einem Konzert und die wird aus vielen stilistischen Quellen gespeist. Béla Bartók, der Sammler und Entdecker unter den klassischen Komponisten, hat ebenso Einfluss auf seine Musik genommen, wie Melodien und Rhythmen aus der Folklore seiner rumänischen Heimat, die mit Bebop und Funk in freien Improvisationen verschmelzen.
Es spielen
Nicolas Simion [ts] I Florian Weber [p] I Martin Gjakonovski [b] I Alan Jones [dr]
Eintritt
€ 10,– / € 7,– (erm. und JIF-Mitgl.)
Eine Veranstaltung der Stadt Frankfurt am Main, Referat für Internationale Angelegenheiten
Verleihung des Arbeitsstipendiums Jazz der Stadt Frankfurt am Main
SHS – Sauerborn, Hoehn und Sperrfechter
Mittwoch | 9. Mai | 20.00 Uhr
Theaterhaus | Schützenstraße 12 | 60311 Frankfurt | Telefon 069. 2 99 86 10
…wie jedes Jahr freuen wir uns auf einen oder mehrere glückliche Gewinner des wohldotierten Arbeitsstipendiums, das die Stadt Frankfurt lobenswerter weise seit 1991 vergibt, freuen uns auf ein inspiriertes Preisträgerkonzert und selbstredend auch auf „SHS – Sauerborn, Hoehn und Sperrfechter“. „Ein Konzept, wie es für Jazzmusiker kaum besser sein kann“ schrieb die RNZ über das Trioprojekt des hr-bigband-Saxophonisten Heinz-Dieter Sauerborn, Bernhard Sperrfechter und Hanns Hoehn. Und mit jenem Trio darf man tatsächlich improvisierte Musik auf höchstem Niveau erwarten. Die Gruppe macht dabei von ihrem immensen, in mehrjähriger facettenreicher Arbeit erworbenen, stilistischen Repertoire Gebrauch, lotet die ganze Palette zeitgenössischer Musik und der Traditionen aus und überschreiten so mühelos wie sinnlich die Grenzen festgelegter Genres.
Laudatio Prof. Dr. Felix Semmelroth
Kulturdezernent der Stadt Frankfurt am Main
Es spielen
der/die Preisträger/innen sowie
Heinz-Dieter Sauerborn [saxes] I Bernhard Sperrfechter [g] I Hanns Hoehn [b]
Eintritt
€ 12 / 9 (erm.) / 6 (Mitgl.)
In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Frankfurt am Main
und dem Theaterhaus