Günter Baby Sommer und Frank Paul Schubert lernten sich auf einem Improvisations-Festival in der hessischen Provinz kennen, wo sie bei einem spontanen Duo-Auftritt feststellten, wie gut ihre musikalischen Auffassungen miteinander harmonieren. So beschlossen sie zunächst, die gemeinsame Arbeit als festes Duo-Projekt fortzusetzen. 2007 erschien die CD „HIC SUNT LEONES“, die vom englischen Magazin Wire zur CD des Jahres nominiert wurde. Seit 2009 ist der Wiesbadener Pianist Uwe Oberg als Dritter Mann im Bunde.
Die Musik des Trios ist einerseits geprägt durch das traumwandlerische Zusammenspiel, das zeitweise fast den Eindruck von Telepathie erweckt und andererseits durch die gemeinsame konstruktive Arbeit an Texturen und Formen, die bei aller Spontaneität und Liebe zum Detail niemals die Ausgewogenheit der Spannungsbögen aus den Augen verliert – also instant composing im engeren Wortsinne. Dabei wird auf die gesamte Musikgeschichte Bezug genommen, ohne dass der Eindruck eines postmodernen Zitaten-Kabinetts entsteht. Vielmehr verschmelzen die Drei ihre musikalischen Erfahrungen zu einer sehr persönlichen Musiksprache, in der archaisch-rituelle, meditative, abstrakte und jazzige Elemente zu einer neuen Einheit zusammengefügt werden.
Es spielen Günter Baby Sommer (dr); Frank Paul Schubert (as, ss); Uwe Oberg (p)
Eintritt: € 9,– / 6,– [erm. u. JIF-Mitgl.]
Romanfabrik | Hanauer Landstraße 186 | 069. 4 94 09 02
In Zusammenarbeit mit der Romanfabrik

Vier abenteuerlustige Musiker in klassischer Soul Jazz Besetzung erkunden mit zeitgemäßem Repertoire neues musikalisches Terrain – und entstanden sind wunderbar hintersinnige Eigenkompositionen, zwar in charmantem Oldschool-Design aber stets mit scharfem Blick in die Zukunft. Und mit dem sprichwörtlichen Schalk im Nacken.
„Man flunkert gekonnt“ so schreibt der Mannheimer Morgen „mit all den hinreißenden Floskeln von Funk und Soul Jazz: tanzbaren, bodenständigen Groove-Rhythmen, blues- und gospelgetränkten Orgel-Akkorden, aufreizend zuckenden Gitarren-Akzenten und sinnlich züngelnden Saxofon-Phrasen. Das allein ergäbe schon eine kochende Sound-Mixtur, aber diese Band zieht unterschwellig eine zweite Ebene ein, und dort spielen sich ungewöhnliche Dinge ab: schräge Dissonanzen, skurrile Klangeffekte, sperrige rhythmische Stolperschwellen oder gar satirische Brechungen, denn der Spielwitz der Combo kann durchaus mit Sinn für Ironie daherkommen …“
Peter Back ist Mitglied im Jazzensemble des Hessischen Rundfunks, Jo Bartmes auch bekannt durch seine Arbeit mit „Dephazz“ und „John Sass Sassified“, Martin Lejeune ist Jazzpreisträger der Stadt Frankfurt und Mitbegründer des „European Groove Orchestra“. Holger Nesweda tourte in den letzten Jahren u. a. regelmäßig mit Ack van Rooyen.
Es spielen Peter Back (ts, fl); Martin Lejeune (g); Jo Bartmes (hammond); Holger Neswede (dr)
Eintritt: € 9,– / 6,– [erm. u. JIF-Mitgl.]
Club Voltaire | Kleine Hochstraße 5 | 069. 2 9 24 08
In Zusammenarbeit mit dem Club Voltaire

Dieses Jazzquintett mit außergewöhnlicher Besetzung erfrischt mit neuen Klangfarben. Die Querflöte, ein Instrument, das man im Jazz eher selten zu hören bekommt, erweist sich, von Stephanie Wagner unglaublich virtuos vorgestellt, als sehr vielseitig in Kombination mit Saxofon, Klavier, Kontrabass und Schlagzeug. „Stephanie Wagners Quinsch“ interpretiert Eigenkompositionen gemischt mit modernen Stücken aus Jazz und Latin und verspricht ein ansprechendes Klangerlebnis. Mit originellen Ideen und Arrangements findet das sehr gut besetzte Quintett zu seinem eigenen Sound.
„Mit großer Gestaltungskraft“, so der Mannheimer Morgen, „begeistert die junge Flötistin Stephanie Wagner, die ihrer Musik eine ungewöhnliche Kohärenz verleiht. Das verdankt sie einer seltenen melodischen Prägnanz – sowohl in den hinreißend eingängigen Kompositionen als auch in der Klarheit ihrer stets themennahen Improvisationen. Wagners Gespür für musikalische Architektur trägt das Ensemble, das trotz gelegentlicher freierer Passagen von modernem Hardbop geprägt ist.“
Es spielen Stephanie Wagners (flutes); Steffen Weber (ts, cl, bcl); Steffen Stütz (p, fender rhodes); Udo Brenner (b); Jens Biehl (dr)
Eintritt: € 15,– / 12,– [erm. u. JIF-Mitgl.]
Romanfabrik | Hanauer Landstraße 186 | 069. 4 94 09 02
In Zusammenarbeit mit der Romanfabrik

Schlicht „großartig“ nannte die Jazzzeitung Peter Schärlis jüngste CD, die ihm, dem Schweizer Trompeter, eine Grammy-Vornominierung einbrachte, und schrieb weiter: „… wenn der Schweizer mit der Brasilianerin – dann kommen keineswegs unversöhnliche Gegensätze heraus, sondern ein herrlich beflügeltes, sinnliches Album voller Charme und tänzerischer Anmut. Auf exquisitem Niveau fabriziert Peter Schärli und Sängerin Koorax fließenden ‚Brazilian Jazz‘ zwischen melancholischer Coolness und mitreißender Lust. Die beiden ergänzen sich hervorragend. Schärli umgarnt Koorax, diese hebt zum Höhenflug mit dem Poeten auf der Trompete an. Ihre Stimmen ranken sich in- und umeinander voller Poesie, Raffinesse, hauchzarter Melancholie, das so typische Gefühl der ‚Saudade‘ eben …“
„Ich liebe Trompeter wie Lew Soloff und Chet Baker“, sagt die große brasilianische Sängerin, „Peter Schärli gehört absolut in diese Liga. Wie er mit seiner Trompete phrasiert ist einmalig. Hans-Peter Pfammatter und Thomas Dürst fügen sich perfekt ein, es war schon fast unheimlich, wie wir uns alle sofort verstanden.“ Zuckerhut-Feeling im Anblick der Alpen – hier funktioniert es auf’s Beste.
Es spielen Ithamara Koorax (voc); Peter Schärli (tp); Hans-Peter Pfammatter (p); Thomas Dürst (b)
Eintritt: € 9,– / 6,– [erm. u. JIF-Mitgl.]
Club Voltaire | Kleine Hochstraße 5 | 069. 2 9 24 08
In Zusammenarbeit mit dem Club Voltaire

„Lockstoff“ als Titel seiner neuen CD, sei hier bitte ganz wörtlich zu nehmen, sagt der Saxophonist Steffen Weber, schlicht als ein Mittel, Menschen dazu zu bringen, gute Musik zu hören. Und wie das Jazzpodium schreibt, ist ihm das auch bestens gelungen: „Musik, die erregt und zugleich zum Relaxen einlädt, die vertraut klingt und dennoch zu überraschen vermag, der Schönheit verpflichtet ist und dennoch immer wieder Ecken und Kanten zeigt. Ein süffiger Sound, singbare Läufe auf dem so expressiv wie sensibel gespieltem Saxophon, ein melodisch und gradlinig gezupfter Bass, ein eher stützendes als treibendes Schlagzeug und eine den Sound abrundende Gitarre prägen den Charakter. Der Hörer schwimmt im Post-Bop-Mainstream mit, erfreut sich an den ausgefeilten Kompositionen, die alle aus der Feder des Jazzpreisträgers stammen, es entfalten sich lyrisch-verspielte Duos zwischen Saxophon und Gitarre, hin und wider bricht Weber dann doch aus dem Harmoniegerüst aus und rotzt ein aggressives Solo aus dem Rohr. Scholly reiht wie in ‚Nachtschwärmer‘ Noten wie Perlen in melodischen Linien auf. Und der Youngster des Quartetts, der Schlagzeuger Axel Pape, überrascht und überzeugt immer wieder mit einem flexiblen, stets den Intentionen der Solisten gerecht werdenden Trommelspiel.“
Es spielen Steffen Weber (ts); Norbert Scholly (g); Matthias Debus (b); Axel Pape (dr)
Eintritt: € 12,– / 9,– [erm. u. JIF-Mitgl.]
Theaterhaus | Schützenstraße 12 | 069. 2 99 86 10
In Zusammenarbeit mit dem Theaterhaus