Monthly Archive for März, 2010

NACHTCAFÉ: Dietmar Osterburg Trio

14. April 2010
20:30

Das Dietmar Osterburg Trio, in unveränderter Besetzung seit 2005 aktiv, ist, was man treffend einen Klangkörper nennt, ein fesselndes Dreigestirn von bester Chemie, in dem eine Menge mehr „los ist“ als in Top-Trios mit noch klassisch-abgrenzender Rollenverteilung. Bassist André Neygenfind und Schlagzeuger Eddie Filipp sind weit mehr als eine konventionelle Rhythmusgruppe – ein veritables Kraftwerk unerschöpflicher Aktivität und Kreativität, das den Gitarristen über die volle Distanz bestens darin unterstützt, modernen Mainstream zu produzieren, der viel moderner ist, als er Mainstream ist. Osterburgs meisterhafte Mischtechnik verwebt Akkorde und Melodiebögen zu auf- und erregenden Ereignissen, wie man sie auf der Gitarre höchst selten (falls überhaupt) zu hören bekommt. Alle drei gemeinsam bieten eine hinreißende Fülle von Auswegen aus dem Prokrustesbett vorfabrizierter Mainstream-Muster, -Formeln und -Abläufe und verweigern sich dennoch nicht dem musikalischen Diesseits, dem Konsens, der Verbindlichkeit, der Freude am Kommunizieren.

Es spielen Dietmar Osterburg (g); André Neygenfind (b); Eddie Filipp (dr)

Eintritt: € 12,– / 9,– [erm. u. JIF-Mitgl.]

Theaterhaus | Schützenstraße 12 | 069. 2 99 86 10

In Zusammenarbeit mit dem Theaterhaus

osterburgtrio

Osterburg Trio

CLUBJAZZ: Hub Hildenbrand Trio

23. April 2010
20:30

Seine ausgeprägte Musikalität zeigte der Berliner Gitarrist Hub Hildenbrand, Stipendiat des Berklee College of Music, bereits bei seinem gefeierten Debüt „Heimat“, einem „Hörfilm“ mit großer imaginativer Kraft. Mit „News From Afar“ stellt Hildenbrand nun seine Kompositionen wieder in einen großen Rahmen: Eine weltmusikalische Reise, zu den verschiedensten Genres, Klangfarben und Stilistiken. Hildenbrand hat sich intensiv mit der indischen Musik auseinandergesetzt und sein Interesse für die türkische Kunstmusik führte ihn an das „Konservatorium für türkische Musik, Berlin“. Und in Berlin, Heimat des Ensembles, ist das Aufeinandertreffen der Kulturen Alltag, macht für die Musiker eine Auseinandersetzung mit „dem Anderen“ unumgänglich. Und öffnet für den Hörer die Tür zu einer musikalischen Wunderwelt voller Schönheit und Geheimnis, die wahrlich gute Neuigkeiten birgt: dass es auf unserer Welt eigentlich nur „eine“ Musik gibt.

Und so erschafft das Hub Hildenbrand Trio eine absolut eigenständige Sprache – lange Melodiebögen, mystische Ostinati, orientalische Ornamentik, indische Raga-Atmosphären, westlicher Pop-Appeal, kollektive Improvisationskunst und assoziationsreiche Klangbilder werden hier zu einem intensiven Gewebe verknüpft. Ihre Musik kommt von innen und berührt unmittelbar.

Es spielen Hub Hildenbrand (g, comp); Dirk Strakhof (b); Denis Stilke (dr, perc)

Eintritt: € 9,– / 6,– [erm. u. JIF-Mitgl.]

Club Voltaire | Kleine Hochstraße 5 | 069. 2 9 24 08

In Zusammenarbeit mit dem Club Voltaire

Hub Hildebrand

Hub Hildenbrand

XTRA: Fragile & Leslie Malton – In einer Perle gespiegelt – Ein Wort-Konzert mit Texten von Rebecca Horn und Mascha Kaleko

29. April 2010
20:30

Die Musik des neuen Programms „Inside of me“ des Ensembles „fragile“ um Petra Woisetschläger und Udo Betz und die Texte verbinden sich in diesem „Wort-Konzert“ zu einem Klangrausch aus Sprache und Liedern, die sich alle um das Innenleben des Menschen, um die Innenwelten drehen. Leslie Malton, die bekannte Film-, Theater- und Kinoschauspielerin (Goldene Kamera, Bayerischer Filmpreis etc.) liest u.a. Texte von Rebecca Horn und Mascha Kaleko, deren Lyrik mit ihren eigentümlich zärtlichen Rhythmen an Erich Kästner, Hermann Hesse oder Thomas Mann erinnert. „Es geht nicht nur um Traurigkeit, um Verlorensein und Schrägheit“, so schrieb Joachim Sartorius über Rebecca Horn, „es geht immer auch um Blitze der Erleuchtung, um ein Netz elektrischer Stöße aus Worten. Diese Gedichte sind verschwenderisch. Eine große Künstlerin vergewissert sich als große Dichterin“.

Ein Abend, der die Zuhörer gleichermaßen durch die ur­komischsten, aber auch abgründigsten Seiten des Menschseins führt …

Es spielen Petra Woisetschläger (voc, p); Udo Betz (b); José Cortijo (dr)

Es liest Leslie Malton

Eintritt: € 15,– / 12,– [erm. u. JIF-Mitgl.]

Romanfabrik | Hanauer Landstraße 186 | 069. 4 94 09 02

In Zusammenarbeit mit der Romanfabrik

Fragile Duo

Fragile

Der lange Jazz-Abend – Verleihung des Arbeitsstipendiums Jazz der Stadt Frankfurt am Main durch Kultur­dezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth mit karma jazz group

5. Mai 2010
20:00

Ein so schönes wie wichtiges Jubiläum – in diesem Jahr vergibt das Dezernat Kultur und Wissenschaft das 20. Arbeitsstipendium Jazz der Stadt Frankfurt am Main. Zum 20. Geburtstag (den übrigens 2010 auch die Jazzinitiative feiert) erhöhte Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth nun das Stipendium auf 7.500,– €. „Mit dem Jazz-Stipendium wird seit nunmehr zwei Jahrzehnten Aufmerksamkeit geschaffen für ein Genre, das nach wie vor zu den lebendigsten Kulturbereichen in Frankfurt zählt“, so der Kulturdezernent. „Mit der Erhöhung des Stipendiums bekräftigt die Stadt ihr anhaltend großes Interesse an einer ­kreativen und produktiven Jazzszene. Frankfurt ist nach wie vor ein attraktiver Ort für Jazzmusikerinnen und -Musiker, die gerne hier leben und arbeiten. Das Jazzstipendium soll ihnen Ansporn und Unterstützung bei ihrem musikalischen Schaffen sein“.

Man glaubt es ihm aufs Wort. Denn liest man diese illustre Reihe jener, die bislang in den Genuss dieser Annerkennung und Förderung für innovatives Wirken gekommen sind – Corinna Danzer (sax) / Stefan Lottermann (tb) / Christopher Dell (vib) / Manfred Bründl (b) / Heinz-­Peter Hofmann (cb) / Burkard Kunkel (bass-cl) / Joachim Lösch (tp) / Vitold Rek (cb) / Russ ­Spiegel (g) / Sebastian Merk (dr) / Ulli Jünemann – Morten Ginnerup European Jazz Project / Ulli Jünemann (sax), Morten Ginnerup (p), Christian Kappe (t), Jens Loh (b), Thorsten Grau (dr) / „Bassics“: Susanne Peusquens und Michael Bornhak (cb-duo) / Martin ­Lejeune (g, Kompo­sition) / Frank Spaniol (sax) / ­Tobias Backhaus (dr) / Ulf Kleiner (p) / ­Yelena ­Jurayeva (p) / Contrast Quartet: Yuriy Sych (Komposition, p), ­Martin Standke (dr), Tim Roth (cb), ­Benjamin Steil (sax) / Modern Jazz Quintet: Natalya Karmazin (p), Daniel Guggenheim (sax), Evgeny Ring (sax), Chris Rücker (b), Martin Standke (dr) – so muss einem eigentlich nicht bange sein um den Jazzstandort Frankfurt – wenn auch einige der PreisträgerInnen ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt (leider) nicht mehr im Rhein-Main-Gebiet haben.

Nun, wir können sicher sein, dass auch der/die PreisträgerInnen 2010 wieder aufzeigen werden, wie vivid die Szene in Frankfurt ist – verraten können, dürfen und wollen wir an dieser Stelle natürlich, wie seit 20 Jahren schon, nichts. Nur soviel sei gesagt, dass die Verleihung des Arbeitsstipendiums von der letztjährigen Preisträgerin Natalya Karmazin und ihrer Band gewiss mitreißend umrahmt wird – sie spielt, so der hr, „aufgeklärten zeitgenössischen Hard Bop, der sich in seinen intensiven Böen auch mal ‚ins Freie wagt’. Ihren Charme bezieht diese Musik aus Karmazin’s Pianospiel, das deutlich seine Verankerung in der klassischen Musik zeigt. So wie Karmazin mit einer Spieluhr ähnlichen Präzision in der Improvisation kreiselnde Linien sprudeln lässt (und das mit einer rhythmisch-metrischen Unabhängigkeit, die eigentlich ja genau das Gegenteil einer Spieluhr ausmacht), das beeindruckt und verspricht Großes“.

Laudatio Prof. Dr. Felix Semmelroth

Es spielen die/der PreisträgerInnen sowie
Natalya Karmazin (p)
Dimitri Suslov (ts)
Evgeny Ring (as)
Chris Rücker (b)
Martin Standke (dr)

Eintritt: € 12,– / 9,– [erm. u. JIF-Mitgl.]

Theaterhaus | Schützenstraße 12 | 069. 2 99 86 10

In Zusammenarbeit mit dem Theaterhaus

Karmazin

Natalya Karmazin

XTRA: Peter Fessler – das mit dir …

20. Mai 2010
20:30

Spätestens seit seinen grandiosen Duetten mit Al Jarreau in Montreux, gilt Peter Fessler vielen als bester deutscher Jazzsänger. In Köln geboren, erhielt er mit 12 Jahren seinen ersten Gitarrenunterricht bei seinem Mentor Rick Abao. Es folgten längere USA-Aufenthalte mit musikalischen Studien und Sessions. Zurück in Deutschland beginnt Fessler ein Kurzstudium für Gesang an der Musikhochschule Köln und wird bekannt mit „Trio Rio“ und deren Hit „New York-Rio-Tokyo“. In den folgenden Jahren widmet er sich konsequent dem Jazz- und Latinjazz-Repertoire und zunehmend eigenen Kompositionen. Mit seinen letzten Alben und der Performance „-solophonic-“, einer atemberaubenden Fusion von Stimme und klassischer Gitarre, hat er zu einer völlig neuen Klang-Ästhetik gefunden: hoch emotional, und faszinierend virtuos.

Stilistisch zwischen Lied, Chanson und Jazz hat Fessler für sein neustes Album „das mit dir“ deutsche Lyrik, (Miriam Frances, Erich Kästner, Alexander Bragao) zu einem sinnlichen, sparsam instrumentierten Gesamtkunstwerk verarbeitet. Und stützt sich dabei auf seine mit Leichtigkeit vier Oktaven durchmessende Stimme, auf virtuose Jazz-Improvisationen und erzeugt eine brasilianische Grundnote, die so selbstverständlich wirkt wie Punkt, Komma und Strich.

Es spielt Peter Fessler (voc, g)

Eintritt: € 15,– / 12,– [erm. u. JIF-Mitgl.]

Romanfabrik | Hanauer Landstraße 186 | 069. 4 94 09 02

In Zusammenarbeit mit der Romanfabrik

Peter Fessler

Peter Fessler