Ein so schönes wie wichtiges Jubiläum – in diesem Jahr vergibt das Dezernat Kultur und Wissenschaft das 20. Arbeitsstipendium Jazz der Stadt Frankfurt am Main. Zum 20. Geburtstag (den übrigens 2010 auch die Jazzinitiative feiert) erhöhte Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth nun das Stipendium auf 7.500,– €. „Mit dem Jazz-Stipendium wird seit nunmehr zwei Jahrzehnten Aufmerksamkeit geschaffen für ein Genre, das nach wie vor zu den lebendigsten Kulturbereichen in Frankfurt zählt“, so der Kulturdezernent. „Mit der Erhöhung des Stipendiums bekräftigt die Stadt ihr anhaltend großes Interesse an einer kreativen und produktiven Jazzszene. Frankfurt ist nach wie vor ein attraktiver Ort für Jazzmusikerinnen und -Musiker, die gerne hier leben und arbeiten. Das Jazzstipendium soll ihnen Ansporn und Unterstützung bei ihrem musikalischen Schaffen sein“.
Man glaubt es ihm aufs Wort. Denn liest man diese illustre Reihe jener, die bislang in den Genuss dieser Annerkennung und Förderung für innovatives Wirken gekommen sind – Corinna Danzer (sax) / Stefan Lottermann (tb) / Christopher Dell (vib) / Manfred Bründl (b) / Heinz-Peter Hofmann (cb) / Burkard Kunkel (bass-cl) / Joachim Lösch (tp) / Vitold Rek (cb) / Russ Spiegel (g) / Sebastian Merk (dr) / Ulli Jünemann – Morten Ginnerup European Jazz Project / Ulli Jünemann (sax), Morten Ginnerup (p), Christian Kappe (t), Jens Loh (b), Thorsten Grau (dr) / „Bassics“: Susanne Peusquens und Michael Bornhak (cb-duo) / Martin Lejeune (g, Komposition) / Frank Spaniol (sax) / Tobias Backhaus (dr) / Ulf Kleiner (p) / Yelena Jurayeva (p) / Contrast Quartet: Yuriy Sych (Komposition, p), Martin Standke (dr), Tim Roth (cb), Benjamin Steil (sax) / Modern Jazz Quintet: Natalya Karmazin (p), Daniel Guggenheim (sax), Evgeny Ring (sax), Chris Rücker (b), Martin Standke (dr) – so muss einem eigentlich nicht bange sein um den Jazzstandort Frankfurt – wenn auch einige der PreisträgerInnen ihren Arbeits- und Lebensmittelpunkt (leider) nicht mehr im Rhein-Main-Gebiet haben.
Nun, wir können sicher sein, dass auch der/die PreisträgerInnen 2010 wieder aufzeigen werden, wie vivid die Szene in Frankfurt ist – verraten können, dürfen und wollen wir an dieser Stelle natürlich, wie seit 20 Jahren schon, nichts. Nur soviel sei gesagt, dass die Verleihung des Arbeitsstipendiums von der letztjährigen Preisträgerin Natalya Karmazin und ihrer Band gewiss mitreißend umrahmt wird – sie spielt, so der hr, „aufgeklärten zeitgenössischen Hard Bop, der sich in seinen intensiven Böen auch mal ‚ins Freie wagt’. Ihren Charme bezieht diese Musik aus Karmazin’s Pianospiel, das deutlich seine Verankerung in der klassischen Musik zeigt. So wie Karmazin mit einer Spieluhr ähnlichen Präzision in der Improvisation kreiselnde Linien sprudeln lässt (und das mit einer rhythmisch-metrischen Unabhängigkeit, die eigentlich ja genau das Gegenteil einer Spieluhr ausmacht), das beeindruckt und verspricht Großes“.
Laudatio Prof. Dr. Felix Semmelroth
Es spielen die/der PreisträgerInnen sowie
Natalya Karmazin (p)
Dimitri Suslov (ts)
Evgeny Ring (as)
Chris Rücker (b)
Martin Standke (dr)
Eintritt: € 12,– / 9,– [erm. u. JIF-Mitgl.]
Theaterhaus | Schützenstraße 12 | 069. 2 99 86 10
In Zusammenarbeit mit dem Theaterhaus

Natalya Karmazin